Ljubljana - Perle inmitten Europas

Die Hauptstadt Sloweniens war nie so sehenswert

28.03.2008 Julia Büttner

Drachenbrücke - Engelbert Hosner
Drachenbrücke - Engelbert Hosner
Zur EU-Ratspräsidentschaft hat sich Ljubljana herausgeputzt. Der Frühling ist die ideale Jahreszeit, der charmantem Kulturstadt einen Besuch abzustatten

Ljubljana – „Geliebte“, nennen die Slowenen ihre Hauptstadt, das frühere Laibach. Kaum eine Hauptstadt in Europa verströmt ein so liebenswertes und entspanntes Flair, hat die größte Stadt Sloweniens doch nur knapp 280.000 Einwohner. Die Atmosphäre wird von einem jungen, studentischen Publikum geprägt, das zu jeder Tageszeit und selbst bei Minustemperaturen die am Ufer aufgereihten Straßencafés bevölkert.

Geschichte

Ljubljana blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Die ältesten Hinweise auf eine Besiedlung der Region sind schon 4.000 Jahre alt. Im Jahre 14 nach Christus gründeten die Römer hier die Siedlung Emona, die während der Völkerwanderungen zerstört wurde. 1144 wurde die Stadt Laibach erstmals urkundlich erwähnt, gegründet wurde sie von Siedlern aus dem Herzogtum Bayern.

In den folgenden Jahren wurde das kleine Slowenien zum Spielball seiner großen Nachbarn: 1278 fiel die Stadt mit dem gesamten Herzogtum Krain an die Habsburger. Napoleon machte sie zur Hauptstadt der illyrischen Provinzen Frankreichs. Vom Beginn des Ersten Weltkriegs an war sie österreichisch-ungarische Garnisonsstadt und gehörte ab 1918 zu Jugoslawien. Nachdem die Stadt 1945 von der kurzzeitigen italienischen Besatzung befreit wurde, wuchs Ljubljana zur reichsten Metropole Jugoslawiens heran. Seit 1991 ist sie die Hauptstadt der unabhängigen Republik Slowenien. Slowenien ist seit 2004 EU-Mitglied.

Sehenswürdigkeiten

Ljubljana gehört zu den Städten, die man bequem zu Fuß erobern kann. Eingeklemmt zwischen dem Fluss Ljubljanica und dem Burgberg bezaubert die mittelalterlich-barocke Altstadt mit gemütlichen Cafés und kleinen Geschäften. Auf der anderen Seite des Flusses beherrscht ein gelungener Stilmix aus Prunkbauten der k.u.k Gründerzeit und Jugendstilhäusern das Bild. Anlässlich der europäischen Ratspräsidentschaft hat sich die Innenstadt fein gemacht und präsentiert sich rundum renoviert – und weitestgehend als Fußgängerzone.

Preseren Platz

Das Herz der Stadt ist der Presernov trg, der nach dem Nationaldichter France Preseren benannte Hauptplatz. Verewigt wurde er hier 1905 in einem Denkmal, das den Poeten zusammen mit einer Muse zeigt, die ihm den Dichterkranz hält. Wer genau hinschaut, entdeckt an einer der Häuserfassaden gegenüber in der Wolfova ulica eine steinernes Fenster mit einer Frauengestalt: Sie erinnert an die tragische Liebe des Dichters zu Julija Primic, die in dieser Straße wohnte.

Dominiert wird der Platz von der rosafarbenen Barockfassade der Franziskanerkirche von 1660. Die berühmte Dreierbrücke, die Tromostovje, verbindet den Platz mit dem anderen Ufer. Geschaffen wurde sie von dem Architekten Joze Plecnik, der fast das gesamte Stadtzentrum gestaltete. Schöne Jugendstilgebäude flankieren den Platz: Das Kaufhaus Urbanc von 1903, daneben die Zentral-Apotheke und im Westen das Smalc-Gebäude. Von hier aus zweigen die großen Einkaufsstraßen der Stadt ab, in der sich größtenteils europäische Ketten von H&M bis Orsay breit gemacht haben.

Domkirche und Marktplatz

Ein paar Schritte über eine der drei Brücken und schon steht man vor einem weiteren schönen Jugendstilpalais, in dem die Touristeninformation untergebracht ist. Wer sich nun nach links wendet, gelangt zu den langgestreckten, überdachten Markthallen am Flussufer, wo bis zum frühen Nachmittag ein buntes und appetitliches Treiben herrscht. Der Markt findet jeden Tag rund um die Domkirche St. Nikolai statt, die in all ihrer barocken Pracht in der Mitte thront. In der Domkirche sind illusionistische Fresken des Malers Giulio Quaglio sowie eine alte Madonnenfigur zu bewundern. Folgt man den Markthallen bis zum Ende, stößt man auf die berühmte Drachenbrücke, das Wahrzeichen der Stadt.

Altstadt

Von der Drachenbrücke aus empfiehlt es sich, durch die Straße hinterm Dom zurückzulaufen. Nach wenigen Metern stößt man auf den Mestni trg, den Stadtplatz, der so schmal ist, dass er wie eine Ausbuchtung der Straße wirkt. Hier steht das Rathaus, das Rotovz mit seinem Uhrenturm. (Errichtet im 15 Jahrhundert, 1718 umgestaltet.) Davor symbolisiert ein Brunnen mit drei Flussgöttern die drei größten Krainer Flüsse. Auf den Treppen vor dem Rathaus beginnt jeden Tag um 11 Uhr eine sachkundige, circa 90-minütige Stadtführung auf Englisch. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Burg (Ljubljanski Grad)

Höhepunkt der Stadtbesichtigung ist der Aufstieg zum Burgberg. Zu Fuß ist die Burg in höchstens 20 Minuten zu erreichen. Man geht vom Marktplatz aus durch die schmale Studentengasse (Studentska ulica) und dann auf einem Waldweg weiter bis zur Burg. Alternativ kann eine kleine Touristenbahn benutzt werden. Die heutige Burg entstand im 16. und 17. Jahrhundert, sie wurde als militärische Anlage und Gefängnis benutzt. 1848 wurde ein Aussichtsturm errichtet. Von hier aus schweift der Blick bei schönem Wetter über die Stadt bis hin zu den julischen Alpen. Mit dem Eintrittsticket erwirbt man zugleich ein Ticket für eine informative „virtuelle Stadtführung“ in einem kleinen Kinosaal.

Urheberrecht: Julia Büttner. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

  • Drachenbrücke - Engelbert Hosner

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  • Preseren Platz - Jaminska Becker

    Preseren Platz - Jaminska Becker